Das Regionalzentrum des südöstlichen Mährens

    Im Oktober 1945 wurden die Ba»a-Werke verstaatlicht, und zwar sowohl die Zentrale in Zlín, als auch die sonstigen Betriebe in der Tschechoslowakei. Nach dem Verlust von Zlín hat die Familie Ba»a das Zentrum ihrer Betriebe nach Kanada übertragen (Batawa, Toronto). In Zlín hat sich seit 1945 viel geändert. In der Leitung des verstaatlichen Industriekomplexes haben die Kommunisten eine Überlegenheit gewonnen und haben gleichzeitig auch die führenden Funktionen auf dem Rathaus übernommen. Nach dem Umsturz im Februar 1948 haben die Kommmunisten die Stadt und die Fabriken ganz beherrscht und haben das durchgesetzt, dass ab 1. 1. 1949 die ehemaligen Ba»a-Werke zu Svit-Werken und die Stadt Zlin zu Gottwaldov umbenannt werden mussten.
   
    Dank der umfangreichen Industrie hat sich die Stadt in nachkommenden Jahren eine wichtige Stellung erhalten, darüber hinaus hat sich ihre Rolle eines Verwaltungs-Ausbildungs-und Kulturzentrums des südöstlichen Mährens gefestigt. Eine grosse Unterstützung haben hier die Reformbestrebungen in 1968 verzeichnet; es haben sich ausgeprägt die Bestrebungen durchgesetzt, eine effiziente wirtschftliche Führung von hiesigen Industrieunternehmungen zu erneuern, es kamen auch die Absichten zum Wort, den Kultur-und Ausbildungsinstitutionen die notwendige Unab-hängigkeit zurückerstatten usw. Das Reformprogramm wurde mit der sowietischen Besatzung im August 1968 zuschanden gemacht, die Reformanhänger wurden aus der Leitung der Stadt, der Betriebe, der Schulen entfernt und mussten für mehr als zwanzig Jahre vestummen. Die Demonstration gegen die Erneuerung einer harten kommunistischen Linie im August 1969 wurde rücksichtlos unterdrückt.
   
    In den letzten Jahrzehnten hat sich die Stadt durch den Neubau ausgedehnt. Seit den 40-er Jahren haben umfangreiche Wohnviertel entstanden, im Stadtzentrum erschienen ein repräsentatives Theatergebäude und weitere Einrichtungen. Das Kulturleben der Bewohner haben neu errichtete Institutionen begereichert; neben dem Museum (1944, 1953) hat das Theater seine Tätigkeit aufgenommen (1946), anschliessend das symphonische Orchester (1949), der ZOO-Garten (1948), die Galerie der bildenden Künste (1953). Auf die Reise zu allen Kontinenten hat sich aus der Stadt der berühmte Paar von Forschungsreisenden Jiøí Hanzelka und Miroslav Zikmund gemacht. Das hiesige Filmstudio haben hervorragnede Regisseure berühmt gemacht ihre Filme wurden auch im entfernten Ausland vorgeführt (Karel Zeman, Hermína Týrlová); seit 1961 werden in der Stadt jedes Jahr Kinderfilmfestspiele veranstaltet. Eine grössere Ausbildunsmöglichkeit begannen die Hochschulen zu bieten - die Fakultät für Technologie (1960) und die Zweigstelle der Prager Hochschule für Kunstgewerbe (1959), die die gegen Ende 30-er Jahre durch V.Makovský gegründete Tradition des Designs weiter entfaltete.
   
    Im November 1989, gleichzeitig mit dem Zusammenbruch des kommunistischen Regimes haben hiesige Bürger die Rückkehr der ursprünglichen Stadtbenennung erzwungen, die Stadt trägt ab dem 1.1. 1990 wieder den Namen Zlín. Die demokratischen Kommunalwahlen im November 1990 haben auf das städtische Rathaus eine neue Verwaltung gebracht, es hat sich das wirtschaftliche Klima rasch verändert. Es wurde der Privatisierungsprozess in grossen Staatsunternehmungen in Zirn aufgenommen, sehr schnell kamen die unternehmerischen Aktivitäten im Handel. Das wirtschaftliche Klima veränderte die Privatisierung zu Beginn der 90er Jahre. Die großen Industrieunternehmen wurden entstaatlicht, lebendige Unternehmensaktivitäten begannen in der Geschäftssphäre zur Geltung zu kommen. Die Stadt hat die Rolle des finanziellen und unternehmerischen Zentrums Südostmährens inne, bedeutende Kulturinstitutionen sind hier tätig, es gibt hier Raum für zahlreiche Sportaktivitäten. Die breitere regionale Funktion der Stadt stärkte die Konstituierung der Bezirksverwaltung des Zliner Bezirks (2000) wie auch die Gründung der Tomas Bala Universität (2001).
   
    Zlín stellt heutzutage eine Heimstadt für 85 000 Bewohner dar, mit seiner wirtschafltlichen Lage behält es sich eine eigenartige Stellung unter den wichtigen Städten der Tschechischen Republik. Als eine, harmonisch, in die wunderschöne Naturumgebung eingepflanzte Gartenstadt bleibt es ein einzigartiges Beispiel der Architektur und des Urbanismus des 20. Jahrhunderts.

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Die Materialen wurden aus der Broschüre (Zlín - Die Stadt im Garten) benutzt, die von der statutarischen Stadt Zlín im Jahre 2005 ausgefolgt wurde.
Texte: L. Horòáková, P. Novák, Z. Pokluda

  • Aktualisierung: Pavel Straka ..30.06.2010 11:21
  • Verantwortliche Person/Abteilung: Pavla Julinová / Oddìlení cestovního ruchu, vnitøních a vnìj¹ích vztahù