Historie und Heute

Die Stadt der Handwerker und Kaufleute

   Die Spuren des mittelalterlichen Zlín sind südlich von dem heutigen Zentrum zu finden, auf einem bewaldeten Hügel, wo im 13. Jahrhundert eine kleine Burg stand; mit ihr bestand damals zweifellos auch Zlín. Die historischen Urkunden erwähnen Zlín zum erstenmal in 1322, wo es ein Städtchen und ein Sitz einer ziemlich grossen Feudalherrschaft war. In diesem Jahr ist es zum Eigentum der Königin Elisabeth, der Witwe nach dem böhmischen König Wenzel II. geworden.
   
    In 1358 hat die Zlíner Herrschaft der Bischof Albrecht von Šternberk gewonnen, eine bedeutende Persönlichkeit bei dem Hof des Königs Karl IV. Damals wird die Zlíner Burg erwähnt (1360), die für eine lange Zeit zum Sitz der Bischof's Verwandschaft wurde. Eine kurze Zeit hat hier der Markgraf Jost von Luxemburg regiert, dieser hat jedoch das Zlín mit dem Herrschaft wieder dem Geschlecht Šternberk zurückerstattet und diese haben gleich in dem Jahr (1397) die Rechte und Privilegien der Stadtbürger vermehrt, so dass in Zlín die Möglichkeiten einer Wirtschaftsentwicklung erweitert werden konnten. Die materiell abgeschwächten Šternberker mussten nach den Hussitenkriegen Zlín verkaufen, neue Kriegszüge haben die Stadt zu den Zeit getroffen, wo den Ungarischen Angriffen das tschechische Heer des Königs Georg die Stirn bot, der in 1470 sein Militärlager in der Nähe von Zlín hatte.
   
    In der Friedenszeit, die anschliessend mehr als hundert Jahre überdauerte, ist Zlín gut gediehen. Der König Wladislaw hat der Stadt das Recht bestätigt, die Märkte zu veranstalten (1509), es kamen auch weitere wirtschaftliche Privilegien dazu (1516, 1571, 1592). Es kam eine Prosperitätszeit für den hiesigen Handel und Handwerk (Tuchweber, Töpfer, Schuster). Die Stadtbürger haben ihre Häuser hochgebracht, es erschien ein neues Rathaus (1586), ein Kirchenturm (1566), die Stadt besass ihre Schule (1582). Die Herren von Zlín haben das hiesige Schloss durch einen Renaissance-Anbau erweitert (1580). Zlín war um 1600 eine verhältnissmässig grosse Stadt und ein lebhaftes Wirtschaftszentrum.
   
    Die Prosperität und die Blütezeit in der Stadt wurden durch den grausamen, mit Bränden und Plünderungen begleiteten Einfall von ungarischen Aufständischen in 1605 unterbrochen. Noch schlimmere Qualen haben Zlín während des langen dreissigjährigen Krieges getroffen (16181648). Die sich wiederholenden Militärzüge der habsburgischen Armeen, der polnischen und ungarischen Heere haben Zlín zerstört und halb entvölkert hinter sich gelassen. Ein Teil der Stadtbürger hat sich mit den Rebellen gegen den Kaiser verbunden und bei der blutigen Rebellions-Unterdrückung wurden in 1644 auch fünf Einwohner von Zlín hingerichtet.
   
    Es dauerte anschliessend über hundert Jahre, bis sich Zlín aus den erlittenen Wunden erholen konnte. Der Herrschaftsbesitzer, der Graf Gabriel Šeréni hat versucht, die Handwerker in Zlín zu unterstützen, jedoch die andere Herren, hinter den Schlossmauern verschlossen, haben sich für die Bedürfnisse der Stadt wenig gekümmert. Erst im 18.Jahrnundert haben das Handwerk und der Handel in der Stadt zum leben erwacht, zur Zierde der Stadt wurden die im Barockstil rekonstruierte Kirche und auch das neu umgestaltete Schloss. Eine kurze Tätigkeits-zeit der Leinwandmanufaktur (1779 - 1780) bedeutete den ersten Versuch um ein grossproduktives Unternehmen.
   
    Grössere Industrieunternehmungen sind in Zlín im 19.Jahrhundert erschienen. Der Schlossbesitzer der Baron Bretton hat eine Zündholfabrik gegründet (1850), später ist die Schuhfabrik von R. Florimon erschienen (1870). Diese sind jedoch eingegangen und in der Stadt hat wieder das kleine Handwerk überwogen. Es bagannen jedoch Wirtschafts - und Geldvereinigungen (1868) sowie die Kultur und Turnvereine zu entstehen. Eine Ausbildungsenwicklung hat der kostenaufwendige Neubau des Schulgebäudes repräsentiert (1897). Die Verbindung von Zlín mit der Umgebung wurde durch das neue Postamt (1848), durch Errichtug eines Telegrafen (1866) und vor allem durch die neue Eisenbahn (1899) besser. Die Stadt hatte günstige Voraussetzungen dafür, sich weiterzuentwickeln.

---

Die Materialen wurden aus der Broschüre (Zlín - Die Stadt im Garten) benutzt, die von der statutarischen Stadt Zlín im Jahre 2005 ausgefolgt wurde.
Texte: L. Horňáková, P. Novák, Z. Pokluda

  • Aktualisierung: Pavel Straka ..30.06.2010 15:19
  • Verantwortliche Person/Abteilung: Pavla Julinová / Oddělení cestovního ruchu, vnitřních a vnějąích vztahů